„Wissen Sie, warum wir Sie anhalten?“

Eine Praxis, die ich bei der Verkehrspolizei bisweilen beobachte. Blaues Licht zuckt, rote Kelle winkt und ein böse dreinblickender Beamter taucht am Fahrerfenster auf und fragt: „Sie wissen, warum wir Sie angehalten haben?“

So geschah es auch bei meinem Mandanten, der sich dann jedoch glücklicherweise gehütet hat, die Frage zu bejahen und umfangreich zu plaudern.

Lehrreich wurde die Verhandlung für den Beamten, der hoffentlich jetzt weiß, dass er bevor er diese verfängliche Frage stellt, den Mandanten, den er wegen des konkreten Verdachts einer rechtswidrigen Tat immerhin anhält, belehren muss, dass er Beschuldigter ist und keine Angaben zur Sache machen muss.

Normalerweise läuft das so ab:

Polizei: Wissen Sie, warum wir Sie anhalten?
Autofahrer: (zerknirscht) Ja, weil ich die ältere Dame auf dem Zebrastreifen umgefahren habe.
Polizei: Genau. Sie sind Beschuldigter und müssen zur Sache keine Angaben machen
(kreuzt an: Beweis – Geständnis/Einlassung des Beschuldigten)

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